my job

I did it my way

1975 – 1983 Digitale Luftaufklärung bei der Bundeswehr
1982 – 1983 Fachausbildung Computertechnik bei Sperry Univac und Control Data
1983 – 2005 ds – datasections datenservice Huyke
1983 – 1984 Techniker für Drucker bei WMK Elektronik
1984 – 1985 Techniker für Drucker bei SASS Computer
1985 – 1994 Technische Unterstützung und Productmanager für Laserdrucker bei Dataproducts Corp.
1994 – 1995 Assistant der Geschäftsleitung bei Dataline GmbH
1995 – 1997 Projectmanager Windows95 bei J&W GmbH
1997 – 2000 Technischer Leiter bei Check EDV
2000 – 2018 Teamleiter und Senior IT Architekt bei Systematics AG – EDS – Cancom

Was für die Bremer Stadtmusikanten zutrifft stimmt ist auch leider oftmals eine Tatsach im realen Leben und besonders in der EDV.

Vom Plumpsklo zur KI (Künstliche Intelligenz) in  3 Schritten:

Schritt 1

Vor und während der Schulzeit machte ich mir eigentlich nie Gedanken darüber  was ich einmal beruflich machen möchte, also kein Lokführer oder Pilot, obwohl schon vor der Einschulung daheim die Arbeit an erster Stelle stand. Gerade in diesem Alter hatte ich ja die richtige Größe um das Unkraut unter den Johannisbeere- und Stachelbeersträuchern in unserem großen Garten zu jäten. Auch der Hühnerstall musste einige Male im Jahr ausgemistet werden. Wasser und Milch zu holen stand auch auf der meiner Tagesordnung.
Um mir später etwas Taschengeld zu verdienen mähte ich mit ca. 9 Jahren auch den Rasen am gegenüberliegenden Kinderheim (ca. 200 qm und das mit einem Handrasenmäher).
1960 war es dann soweit, der Ernst das Lebens begann und ich wurde in Rothenbürg als Gastschüler eingeschult, da aufgrund der Gemeindenteilung nur eine Zugverbindung dorthin existierte. Eigentlich wäre meine Volksschule in Leupoldsgrün gewesen aber wir hatten kein Auto und zum Laufen (8 km)  wäre es dann doch zu weit gewesen. Rothenbürg war eine Einklassenschule, also aller Klassen von 1 bis 8 in einem Raum mit einem einzigen Lehrer. An einem Tag in der Woche hatten die Mädchen Handarbeitsunterricht und mein Zug fuhr erst später, also blieb ich im Schulraum und lernte häkeln und stricken
Da mir meine Oma bereits vor der Schule das Lesen, Schreiben und Rechnen so gut wie möglich beigebracht hatte und ich ein „helles“ Köpfchen war, fiel mir der Unterricht nicht schwer. Kurz vor Ende der 4. Klasse kamen dann mal der Pfarrer und der Lehrer zu uns zu Besuch und überzeugten mein Mutter davon dass sie mich im Gymnasium in Hof anmeldete. Sie meinten ich würde die Aufgaben zu schnell lösen würde und dann aus Langeweile dann Unterricht stören würde. Die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium bestand ich ohne Probleme und somit wechselte ich im September 1964 in das Schillergymnasium Hof. Nun das Positive zuerst: Ich wurde sofort in den Schulchor aufgenommen weil ich so gut singen konnte. Es gab dann aber leider doch ein Problem, denn ab der 5. Klasse waren zwei Sprachen Pflichtfächer, Englisch und Französisch. Da konnte mir dann keiner bei den Hausaufgaben helfen, da weder Mutter, Oma oder die ehemaligen Schulkameraden aus unserem Dorf bei den Hausaufgaben helfen konnten. Deshalb wechselte ich nach dem 1. Jahr in die Realschule in Hof. Dort lief es dann wesentlich besser und ich absolvierte ein paar Schuljahre später die „Mittlere Reife“.

So ganz nebenbei
Meine Mutter ließ sich damals von einem Vertreter eine Strickmaschine aufschwatzen mit der sie selbst eigentlich gar nichts anfangen konnte und obendrein auch nicht die Zeit hatte sich damit zu beschäftigen. Irgendwann schraubte ich dann das Gerät mal am Tisch fest und fing an damit Pullover und Jacken für uns und alle Interessierten zu stricken und, es waren sehr viele Abnehmer. Einen Bruchteil des Erlöses bekam ich als Taschengeld. Damit ersparte ich mir ein kleines Tonbandgerät mit dem ich dann Freitagabend vor unserem alten Röhrenradio saß und die Hitparade im bayrischen Rundfunk aufgenommen habe.
Mit 14, nachdem der Wohnraum  im Erdgeschoß durch meine zwei Schwestern und meinen inzwischen bei uns wohnenden „Stiefvater“ etwas knapp wurde, baute ich mir auf dem Speicher mit Balken und Rigips-Platten eine kleine Wohnung mit abgetrenntem Arbeits- und Schlafraum aus. Auch die Elektroinstallation stammte von mir. (Na ja, wenn man den einen Draht anfasste passierte nichts, beim anderen zuckte ich ein bisschen, und das Haus ist auch nicht abgebrannt und steht heute noch). Aus dem restlichen Dachboden, der ja leer stand, wurde mit Brettern und Baumstämmen die „Diskothek“ Splash, für Freunde und Bekannte aus Hof und Umgebung am Samstagnachmittag..
1969, kurz nach der ersten bemannten Mondlandung, hatte ich dann eine Idee für einen „Beruf“ und meldete mich beim „First Moon Flights Club“ der amerikanischen Airline PANAM an. Ich erhielt die Startnummer 55143.
Ich arbeitete zusätzlich in den großen Ferien um mir etwas Taschengeld zu verdienen. Im ersten Jahr in einer Druckerei. Dabei sortierte ich für Quittungsblöcke die Seiten zusammen, ab dem nächsten Jahr bei einer Baufirma die Bachläufe mit Steinen und Beton sanierte.
Mit 17 startete ich dann meine „Karriere“ als Diskjockey im Nightclub Butterfly (benannt nach dem Hit von Danyel Gerard), der damals angesagten Diskothek in Hof. Damit waren für über ein Jahr alle Wochenenden und Feiertage verplant. Nach diesem Jahr wollte ich dann mal andere Discotheken in Hof kennenlernen und wechselte in den Club 2000. Meinen Job im Butterfly übernahm mein Freund und Schulkamerad Werner K.(RIP 28.7.2020). Er blieb auch später dieser Tätigkeit treu und wurde zum „Urgestein“ des Hofer Lokalradios.
Im 2000 merkte ich allerdings, dass jede Lokalität ihr eigenes Publikum hat und mit den 2000`n konnte ich mich nicht anfreunden.
Nach dem Wechsel ins „Deutsche Haus“ , einem Hotel mit Disco in dem eigentlich nur Vertreter die Gäste waren und eine deutsche Schnulze nach der anderen hören wollten, hatte ich die Nase von Hofer Nachtleben voll. Obendrein stellte ich fest, dass sich die Arbeitszeit eines Discjockeys nicht mit dem zu absolvierenden Fachabitur vertrug, durch das ich mit Pauken und Trompeten rasselte.
Dann  eben doch Musik dachte ich mir und erstellte mein Kurzprofil als Diskjockey, das ich an diverse Künstleragenturen schickte. Ein Empfänger aus Österreich meldete sich sehr schnell und somit war der erste Vertrag mit dem „Zwieseler Nightclub“ für Juni 1973 unter „Dach und Fach“. Die Gage  konnte sich auch sehen lassen, zumal das Engagement inklusive Kost und Logis war. Die beiden Chefs und das Publikum, meist Urlauber, waren einfach Spitze, fast wie im Butterfly. Am Monatsende wollten mich die beiden noch weitere Monate behalten, aber die Agentur hatte schon ein neues Engagement in Landshut abgeschlossen. Also verbrachte ich den Juli im „Café Princess“. Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, denn es war eigentlich eine Pleite, denn Gäste gab es fast nicht. Egal, die Gage war sicher, also Zähne zusammenbeißen und durch. Dafür war der August wieder wesentlich besser, denn  da ging es nach Viechtach in das „GinGin“ das einem der beiden Chefs aus Zwiesel gehörte. Die Stimmung dort war das genaue Gegenteil von Landshut, denn da war das Publikum wieder Spitze.
Nach einem Monat in Viechtach hatte ich die Wahl wieder nach Zwiesel oder zurück nach Hof zu gehen. Ein ehemaliger Bekannter meiner Mutter und mein persönlicher väterlicher Freund Ehrenfried W. (RIP) überzeugte mich davon, dass es besser wäre erst einmal die Schulbildung abzuschließen, das vergeigtes Fachabitur zu wiederholen und hinter mich zu bringen. Also rein in den Zug und zurück in die Heimat. Das inzwischen verdiente Geld investierte ich später in die Einrichtung meiner ersten Wohnung in Hof.
Die folgenden 10 Monate waren relativ eintönig im Vergleich zu Vergangenheit denn sie wurden durch die Vorbereitung auf die anstehenden Prüfungen bestimmt. Das Fachabitur bestand ich dann mit einem relativ guten Ergebnis und machte „3 Kreuzchen“ wie es vorbei war.
Um die Zeit bis zum „harten“ Berufsleben zu überbrücken nahm ich den Job als Bedienung im „Butterfly“ an und feierte somit fast ein Comeback.

Schritt 2

Mit fast 21 schaute ich mich dann doch mal um, wie mein zukünftiges Berufsleben aussehen könnte. Natürlich hätte ich weiter als Discjockey arbeiten können, aber dafür fehlten  mir dann doch die „Starallüren“, obwohl genügend Angebote vorlagen. Es kamen dann aber auch zwei Berufsberater, einer von der Polizei und einer von der Bundeswehr vorbei. Damals suchten beide guten Nachwuchs. Bei der Bundeswehr hatte ich die Auswahl zwischen der Unteroffiziers- und der Offizierslaufbahn, was auch mit unterschiedlichen Verpflichtungszeiten verbunden war. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen die nächsten 12 Jahre in Uniform zu leben, deshalb wurde es dann doch die Uffz-Ausbildung, die fundierte weitere Schulungen für Berufe in verschiedene Richtungen und eine gute Verpflichtungsprämie beinhaltete. Ich entschied mich für die Luftwaffe und die Radartechnik.
Dann, am 1.4.1975 war es soweit und es war kein Aprilscherz, ich wurde nach Goslar/Harz eingezogen und darüber hinaus mit dem Glück des Sonntagskinds auch gleich für 6 Monate, denn ich war Teilnehmer an einem neuen Pilotprojekt der Bundeswehr. Die Grundausbildung wurde probeweise mit dem Unteroffizierslehrgang in einem Stück ohne Unterbrechung zusammengefasst. Eigentlich war ich darauf  vorbereitet aller 4 Wochen am Wochenende nach Hof zu fahren, doch glücklicherweise war in meiner Gruppe auch ein ehemaliger Schulkamerad aus der Realschule. Ich hatte ja noch keinen Führerschein aber er fuhr den Käfer mit dem wir dann mit zwei weiteren aus dem Landkreis Hof fast jedes Wochenende nach Hause fuhren. Die Kosten für den benötigten Sprit teilten wir uns.
Nach dem Abschluss der beiden Lehrgänge ging es dann am 31.10.75 zum 7. FmRgt 32 in Hof, das den Betrieb der Luftsicherung auf dem Döbraberg sicherstellte. Die Truppe war in 5 Gruppen aufgeteilt, eine für die normale Tagschicht und 4 für den 24/7-Betrieb. Ich selbst war in der B-Crew
Und konnte mich über meine Arbeitszeit nicht beschweren denn während der Nachtschichten konnten wir schlafen, es sei denn, was fast nie passierte, wir hatten ein technisches Problem das schnell behoben werden musste. Es klingt vielleicht etwas dreist, aber wir wurden eigentlich für unsere Anwesenheit bezahlt.
In dieser Zeit lernte ich auch viele amerikanische Soldaten kennen da die Radaranlage auf dem Döbraberg von uns zusammen mit den US Soldaten betrieben wurde. Am Anfang habe ich mich über die  supergenauen technischen Handbücher gewundert aber nach kurzer Zeit wurde mir klar warum die Beschreibungen so detailliert waren:
Man nehme den Schraubendreher der Größe X für die Schraube Y, platziere den Kopf des Schraubendrehers in der Aussparung der Schraube und drehe den Schrauben z Umdrehungen nach  rechts um die Schraube zu lösen. Mit dieser Beschreibung konnte auch jeder geistig Minderbemittelte die Schraube lösen.
Obwohl unsere eigenen deutschen Beschreibungen waren teilweise auch nicht besser:
Schraubendreher Innensechskantantrieb war ein einfacher Inbusschlüssel. Vor allem aber, unsere Geräte waren damals im Gegensatz zu heute alle funktionsfähig oder wenn mal etwas defekt war wurde es repariert. Wir haben uns immer über unsere amerikanischen Verbündeten amüsiert: Wenn eine LKW Kolonne startete blieben die Fahrzeuge nacheinander in 1km-Abständen mit technischen Problemen liegen. Heute geht es der Bundeswehr ähnlich.
Da war natürlich auch viel Freizeit und die musste genutzt werden, denn einfach nur herumzusitzen war nicht „mein Ding“. Also absolvierte ich einige Fernlehrgänge in Richtung Digitaltechnik und Weiterbildung. Die Ironie dabei war, während ich in meinem Wohnzimmer mit einem Mikroprozessorlabor experimentierte, entwickelte Bill Gates in seiner Garage das Betriebssystem MS-DOS für die späteren PCs.
Daneben betätigte ich mich noch als Sammelbesteller für verschiedene Versandhäuser, Jugendleiter der DAG und Interviewer für Marktforschungsunternehmen. Freizeit hatte ich ja wirklich genug.
Nachdem 3 Jahre vergangen waren bot mir die Bundeswehr eine Weiterverpflichtung auf insgesamt 8 Jahre an. Ok, die Prämie konnte sich sehen lassen und außerdem war im 8. Jahr eine Freistellung vom Dienst für die Umschulung in der privaten Wirtschaft und darüber hinaus noch 50% des Gehalts für ein weiteres Jahr. Nun hatte ich wirklich genug Zeit mir zu überlegen welchen weiteren Berufsweg ich einschlagen werde.
Erst einmal wurde ich allerdings als Auserwählter auf einen Testlehrgang für die neuen Geräte von Siemens, die auf digitaler Basis ein Freund-Feindkennung ermöglichten, nach Lagerlechfeld geschickt. Als Lehrgangsbester kehrte ich nach Hof zurück.
Mitte 1979 sprach mich ein Kamerad aus einer anderen Crew, Rudolf L., an, ob ich nicht daran interessiert wäre mit ihm ein Steakhouse in Hof zu eröffnen. In allen größeren Städten gab es damals die Restaurantketten Maredo und Churrasco. Nach diesem Vorbild konzipierten wir das „El Goucho“. Wir pachteten von der Scherdel Brauerei eine heruntergekommene Kneipe in der Karolinenstrasse (Ludwigsburg), fünf Minuten Fußweg von meiner Wohnung entfernt.
Die Kombination aus Rudolf und mir war eigentlich ideal, denn wenn er im Dienst war hatte ich Freizeit und umgekehrt. In ca. 3 Monaten renovierten wir die heruntergekommene Kneipe und schufen daraus in Eigeninitiative ein ansehnliches, stilvolles Restaurant.
Während der Ausbauzeit klärten wir auch alle Notwendigkeiten mit unseren Lieferanten. Das argentinische Steakfleisch wurde tiefgefroren mit dem Schiff an den Hamburger Freihafen geliefert, der Wein kam aus Südafrika und Kalifornien und speziell Getränke wie Tequilla und Sangrita direkt von einem deutschen Hersteller. Dazu kreierten wir noch eine eigene Steak- sowie eine Salatsoße.
Als Parrilla (also die Frau am Grill und in der Küche) stellten wie Mia S. ein, die vorher in der Küche einer renomierten Speisegaststättein Hof arbeitete.

An der Hauptstrasse von der Autobahn war gleich am Stadtrand eine große Tankstelle. Dort plazierten wir eine große Werbetafel.
Nach der Eröffnung konnten wir uns besonders nach Konzerten und Veranstaltungen in der Freiheitshalle über Gäste nicht beschweren, allerdings waren es meist „gut Betuchte“ oder Künstler. Nur wenige „Otto Normalverbraucher“ fanden den Weg zu uns, aber wenn, wurden sie Stammgäste.
Nach 4 Monaten hatte mein Partner „die Nase voll“, enttäuscht darüber daß man mit einer Gaststätte  nicht sofort zum Millionär wird, lies er sich von mir auszahlen. Ich machte dann mit Mia noch ca. 6 Monate weiter, dann wurde die vermehrte Belastung aus Gastwirt und Soldat doch zuviel. Ich fand einen Griechen, der das Lokal komplett übernahm und es mir ermöglichte sogar noch mit Gewinn  aus der Gastronomie auszusteigen.
Wieder um eine Erfahrung reicher kümmerte ich mich nun doch wieder um meine berufliche Zukunft.
Am 16.September 1979 hatte ich auch Dienst, aber obwohl wir ja den Luftraum über der damaligen DDR überwachten, bekamen wir von der damaligen spektakulären Ballonflucht der Familien Strelzyk und Wetzel nichts mit. Auch unsere Kameraden von der Tiefflugüberwachung in Naila übersahen den Ballon. OK, es gab eine kurze Rüge aber damit war die Sache erledigt.
Die Bundeswehr bot mir dann eine Übernahme zum Berufssoldat an. Nachdem ich mir aber die Berufssoldaten unserer Truppe genau betrachtete, wurde mir schnell klar, daß ich den Rest meines Lebens nicht so hinter mich bringen wollte. Die verbrachten fast die gesamte Dienstzeit beim Kartenspielen in der Kantine. Erstens spielte ich nicht gerne Karten, zweitens ist „Zeit totschlagen“ wirklich keine sinnvolle Tätigkeit und drittens suchte ich eine abwechslungsreiche Beschäftigung für meine Zeit bis zur Rente.
Die zweite Möglichkeit war die Übernahme des ehemaligen „Butterfly“. Der Besitzer bot mir die damals schon geschlossene Discothek kostengünstig zur Pacht an. Allerdings wären dabei umfangreiche Renovierungsmaßnahmen notwendig gewesen.
Durch Zufall stieß ich dann auf Informationen über das ControlData-Institut in Frankfurt/Main. ControlData war damals einer der großen Computerhersteller neben IBM, DEC  und Siemens. Dort wurde eine 6-monatige Ausbildung zum Computertechniker angeboten. Die notwendige Aufnahmeprüfung bestand ich ohne Probleme. Ich wollte allerdings die vollen 12 Monate der angebotenen Freistellung vom Dienst ausnutzen. Nach einigen Anschreiben bei den Computerherstellern (damals gab es ja noch kein Internet und keine Email) bot mir Sperry Univac, ein renommierter amerikanischer Computerhersteller ein Praktikum in Frankfurt-Rödelheim an. Damals war halb Rodelheim in dem großen Werk bei Sperry beschäftigt.
Nun stand ich also vor der Entscheidung: Hof oder Frankfurt und Umgebung ?
Abschied von meiner Clique und den anderen Bekannten und der schönen großen Wohnung für eine unbestimmte Zeit und weg aus meiner schönen großen Wohnung.
Ich wohnte aktuell in „Bayrisch Sibirien“ und mein zukünftiger Wohnort sollte im „Bayrischen Nizza“ liegen. Na ja, Hof und Aschaffenburg waren damals beides Textilerzeuger- und Verarbeitungsstädte, also aus dieser Sicht war nicht viel Unterschied außer dem jeweiligen Dialekt.
Nach langem Nachdenken und auch privaten Problemen fiel die Entscheidung dann doch für Frankfurt aus. Wenn ich heute allerdings noch einmal vor der Wahl stehen würde, wäre es wahrscheinlich Hamburg als neue Heimat.

Schritt 3

Nach sieben Jahren Bundeswehr nahm ich dann also Abschied von allen Freunden und Bekannten und der vertrauten Umgebung  und begann ich 1982 mein Praktikum in der freien Wirtschaft.  Jeden Tag 8 Stunden plus die Fahrtzeit von Aschaffenburg nach Rödelheim und zurück. Die Computer waren damals noch so groß wie mehrere große Kleiderschranke. Die Bauteile auf den Platinenträgern hatten ca. 5 cm lange  Drahtstifte die mit dünnem Klingeldraht miteinander verbunden wurden. Pro Schrank waren es also etwa 600.000 Pins von denen immer 2 und mehr miteinander verbunden werden mussten. Dabei dürfte beim Zählen kein Fehler gemacht werden. Schon eine falsche Verbindung und der ganze Schrank funktionierte nicht mehr richtig. Es war zumindest einmal der Einblick in die Produktion der damaligen, im wahrsten Sinne des Wortes: „Groß“-rechner.

Nach einigen Monaten startete dann die Ausbildung bei Control Data.

Hier wird noch gebaut. Bald kommt mehr